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30.09.2022, 0:11

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Sondermarke "Johannes Rau" von Prof. Gerd Aretz

Zum Gedenken an Bundespräsident a.D. Johannes Rau erscheint am Donnerstag (2. März 2006) eine Sondermarke. Den Markenentwurf gestalteten die Wuppertaler Künstler Prof. Gerd Aretz und sein Sohn Oliver Aretz. Johannes Rau, Ehrenbürger Wuppertals und Ehrensenator der Bergischen Universität Wuppertal, war am 27. Januar im Alter von 75 Jahren gestorben.

Zum Erst-Ausgabetag bietet die Post neben der Sondermarke einen Sonderstempel und einen Briefumschlag mit dem Portrait von Johannes Rau an (limitiert, mit Sondermarke und Sonderstempel 1,50 €). Im Rathaus seiner Heimatstadt Wuppertal - Rau war 1969/70 Oberbürgermeister - bietet die Deutsche Post AG die philatelistischen Kostbarkeiten am 2. und 3. März an einem Sonderpostamt an. Die 55-Cent-Marke hat eine Auflage von 14 Millionen (Druck Giesecke & Devrient GmbH, Wertpapierdruckerei, Leipzig).

Der Künstler Prof. Gerd Aretz (Jahrgang 1930), kannte den ein Jahr älteren Johannes Rau vom gemeinsamen Schulbesuch auf einem Barmer Gymnasium, wo ihm Rau in den unmittelbaren Nachkriegsjahren in der Schauspielgruppe auffiel. Beide begegneten sich wieder, als Rau in den 70er Jahren NRW-Wissenschaftsminister war. Aretz erinnert sich an die Eröffnung einer Kunstausstellung mit Werken von ihm und seinem damaligen Kollegen Prof. Wil Sensen, wo unter anderem sein Porträt von Else Lasker-Schüler, das kurz zuvor als Briefmarkenmotiv erschienen war, Johannes Rau begeisterte. Von der Ausstellung war der Minister so angetan, dass sie wenig später im NRW-Wissenschaftsministerium in Düsseldorf präsentiert wurde.

1982 erschien Aretz' "Präsidentenblock" mit den fünf Bundespräsidenten Theodor Heuss, Heinrich Lübke, Gustav Heinemann, Walter Scheel und Karl Carstens. Richard von Weizsäcker und Roman Herzog wollten nicht zu Lebzeiten auf Briefmarken erscheinen, Rau ebenfalls nicht. Nun meldete sich das Bundesfinanzministerium mit einem Eilauftrag bei Prof. Aretz, binnen 72 Stunden den Entwurf der Gedenkmarke vorzulegen. Gemeinsam mit Oliver Aretz, der in Berlin eine PR-Agentur betreibt und mit dem er seit 1991 bei der Markengestaltung zusammenarbeitet, gelang das pünktlich. Der Kunstbeirat des Finanzministeriums, der über Markenentwürfe zu befinden hat, entschied sich für den Entwurf des Aretz-Teams.

Gerd Aretz, bis zum Eintritt in den Ruhestand Professor für Illustration im Fach Design der Uni Wuppertal, bekennt: "Ich bin sehr traurig über den Tod von Johannes Rau. Die Marke gestalten zu dürfen, ist mir eine große Ehre." Lebhaft erinnert er sich daran, dass Christina Rau ein Porträt von Gustav Heinemann, ihrem Großvater, aus dem Präsidentenblock von 1982 bei ihm erwarb. Zum 70. Geburtstag schrieb ihm Bundespräsident Rau: "Mich drängt es, Ihnen aus einer Verbundenheit, die schon Jahrzehnte andauert, herzliche Grüße von der Spree an die Wupper zu schicken."

Prof. Gerd Aretz, am 18. Februar 76 geworden, ist einer der erfolgreichsten Briefmarkengestalter Deutschlands. Seit 1960 entwarf er weit über 120 Marken.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (idw)

März 2006
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